KROATIEN TEIL 2: VOM HINTERLAND ANS MEER!

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Im zweiten Teil unserer Kroatienreise erfahrt ihr, wie wir von Karlovac über die Berge ans Meer geradelt sind. Hier waren die ersten wirklichen Anstiege auf unserer Tour und wir können sagen, es hat sich gelohnt!

Nach Karlovac sind wir weiter nach Dega Rusa gefahren, auf dem nahe gelegenen Campingplatz schlugen wir unser Zelt auf und verbrachten dort zwei Nächte. Tagsüber tankten wir Sonne. Ja liebe Freunde, uns hat doch tatsächlich einen ganzen Tag lang die Sonne verwöhnt.

Judi in the Sun.

Judi in the Sun.

Als wir dann aufbrechen wollten ,war es aber schon wieder vorbei mit dem Glück von oben, dicke Wolken schoben sich abermals vor unser hellstes Himmelsgestirn. So fuhren wir 5km zurück nach Duga Resa, deckten uns im örtlichen Supermarkt mit Lebensmitteln ein und wie wir weiter wollten, empfing uns erneut üppiges Nass. Was nun – wir hatten wirklich keine Lust auf eine Regenfahrt, zumal der Wetterbericht für die kommenden drei Tage nichts gutes Versprach.

Nach einigem hin und her fuhren wir wieder Richtung Campingplatz. Kurz davor stach uns aber ein Schild ins Auge, dass eine Unterkunft anpries. Wir klingelten und Kruno öffnete uns die Tür. Er erzählte uns gleich, dass er uns bereits auf dem Campingplatz mit unseren schwer beladenen Rädern gesehen hatte und wir gerne bei ihm in der Ferienwohnung bleiben konnten, gegen einen geringen Obolus versteht sich. Wir blieben für ganze drei Nächte. Ihr seht schon, tägliches Kilometer reißen steht auf unserer prioritäten Liste nicht gerade ganz oben.

Unsere Terasse für drei Tage.

Unsere Terasse für drei Tage.

Wir bezogen das Zimmer und verbrachten den ersten Tag damit, uns zu überlegen wie wir nun weitermachen sollten. Ich kann euch sagen, dass Wetter ging uns gehörig auf den Senkel. Am zweiten Tag verschwanden die Wolken aber überraschen und es wurde ein super schöner Tag. Wir entschlossen uns dies zu nutzen um die Umgebung mit unseren Rädern zu erkunden. Zuerst wollten wir allerdings noch einmal in den Nächstgelegenen Supermarkt. Wie wir aus dem Haus traten, kam uns Kruno entgegen und lud uns erstmal auf einen Selbstgebrannten Schnaps ein. Wohl gemerkt um 10 Uhr morgens! Viele Kroatien gredenzen sich im Stillen Kämmerlein ihr eigenes Destilat zusammen, welches erstaunlich gut die Kehle hinunter wandert und einschlägt wie eine Bombe! Wir saßen mit Kruno auf seiner Terrasse, tranken Schnaps und er erzählte uns von seinem bewegten Leben.

Ich und unser Gastgeber Kruno.

Ich und unser Gastgeber Kruno.

Kruno ist selbst passionierter Reiseradler und mittlerweile 62 Jahre alt. In den 80ern durchradelte er Europa. Von Amsterdam und den dortigen Coffeshops schwärmte er in höchsten Tönen und ich konnte ihm nur zustimmen!
Allgemein ist er eine Menge herum gekommen bevor der Krieg in Kroatien ausbrach. Als Patriot kehrte Kruno zurück nach Kroatien, zurück für den Dienst an der Waffe.

Er Kämpfte und fing sich bei einer Granatexplosion eine ganze Menge Splitter ein. Sein Bein ist seither nicht mehr so gut zu gebrauchen wie er uns erzählte. Die Narben die er uns zeigte lassen nur erahnen wie heftig es ihn erwischt haben musste. Vier von seinen Kammeraden überlebten diese Granate nicht.

Krieg – noch vor ein paar Tagen schossen wir die Fotos von den Einschusslöchern an den Häusern, sahen die zerbombten Dächer und konnten uns nur schwer vorstellen wie es sein muss diesen Horror zu erleben. Nun können wir es ein bisschen besser. Aber eine Vorstellung von der Angst, dem Leiden und der Hilflosigkeit haben wir nicht Ansatzweise. Bleibt nur zu hoffen, das dies auch so bleibt.

Der Krieg konnte Kruno aber nicht seine optimistische Einstellung dem Leben gegenüber nehmen und so fuhren wir gemeinsam mit ihm zum Supermarkt. Jeder von uns mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Da war sein selbstgebranter nicht ganz unschuldig. Auf dem Weg kannte er jeden und so schallte uns ein “Bok” oder auch “Bok Bok” (Kroatisch für “Grias de” bzw. “Hallo”) am nächsten entgegen. Man spricht es mit einem langen “o” in der Mitte aus. Wer förmlicher „Hallo“ sagen möchte in Kroatien sagt “Dobar Dan” (“Guten Tag”).
Wir kauften ein was wir brauchten, fuhren mit Kruno zurück und machten uns an unsere Erkundungstour.

Back in the Time...

Back in the Time…

Schön!

Schön!

Irgendwas passt doch hier nicht...

Irgendwas passt doch hier nicht…

Den nächsten Tag regnete es durch. Nach der dritten Nacht schwangen wir uns, bei bestem Wetter, wieder auf unsere Räder. Nicht aber, ohne uns zuvor gebührend von Kruno und seinem Selbstgebrannten zu verabschieden. Er zeigte uns noch eine Route ans Meer die er selbst einmal geradelt ist.

Als wir nach etwa 40km unseren ersten “Berg” erreichten, brachten wir die 250 Höhenmeter ziemlich locker hinter uns. Es ging wieder 150 Höhenmeter hinunter in den Ort Vujnovici. Dort legten wir eine kurze Pause ein und machten uns an die nächsten 450 Höhenmeter Bergauf. Und ich kann euch sagen, danach waren wir wirklich sehr froh, um 19 Uhr, bei Temperaturen um die 6 Grad, die Pension in Ravna Gora zu erreichen. Wir fielen in unsere Betten und schliefen.

Pension

Pension

Straße in

Straße in Ravna Gora.

Am nächsten Morgen frühstückten wir in unserem Zimmer, schwangen uns erneut gegen 10 Uhr auf unsere Drahtesel und machten uns daran nun endlich das Mittelmeer zu erreichen. Wir hatten noch zwei Anstiege vor uns, bevor wir von 950 Höhenmetern direkt hinunter ans Meer fuhren. Einen Berg mussten wir schieben, da wir sonst wohl nach hinten gekippt währen.

Nach bezwungener "Schiebeetappe"

Nach bezwungener “Schiebeetappe”

Irgendwo auf dem Weg ans Meer.

Irgendwo auf dem Weg ans Meer.

Ebenfalls auf dem Weg ans Meer.

Ebenfalls auf dem Weg ans Meer.

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Panorama baby!

Uns viel auf, dass wir mehr in Touristische Gebiete kamen. Hotels, private Zimmer und schicke Örtchen reihten sich aneinander. Und dann, als wir den letzten Berg bezwungen hatten kam unser Lohn für die bezwungen Höhenmeter. 15 Km bergab, von 950 Meter auf 2 Meter über dem Meeresspiegel. Der Ausblick: Atemberaubend, Gefühl Unbeschreiblich.

Erster Blick auf das Meer!

Erster Blick auf das Meer!

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Auslick auf unserer Abfahrt ans Meer.

Desto näher wir dem Meer kamen, desto mehr Verkehr war wieder auf den Straßen. Über die Berge hatten wir die Straße die meiste Zeit für uns allein, denn die Autos und LKW’s nutzen hier die Autobahn welche mittels eines Tunnels, den Kraftfahrzeugen die Spritintensive Strecke über die Berge erspart.

Wir fuhren auf den Campingplatz in Kraljevica und hoben uns die imposante Brücke auf die Insel Krk, die in den 80ern gebaut worden war, auf für den nächsten Tag.

Campingplatz

Campingplatz

Unweit von unserem Zelt entfernt.

Unweit von unserem Zelt entfernt.

Auf dem Campingplatz sichtete ich noch den abgefahrensten Pilz den ich je in meinem Leben gesehen hatte. Ich denke zumindest das es sich um einen Pilz handelte. Dazu gibts noch ein Bild von einer Gottesanbeterien die uns ein paar Tage zu vor auf dem der Straße begegnete.

Abgefaren oder?

Abgefaren oder?

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Am nächsten Morgen fuhren wir die paar Meter bis zur imposannten Brücke welche uns die möglichkeit bieten sollte auf die Insel Krk zu gelangen. Nach einigen wilden Gestikulierungsversuchen einer Mautangestellten, verstanden wir das wir mit den Rädern nichts bezahlen mussten, so überquerten wir die Brücke und nahmen Kurs auf den nächsten Campingplatz in Nijvice. Ja, wir sind verwöhnte Campingplatz, Pension und Ferienwohnungsgäste in Kroatien. Aber die Preise sind auch wirklich einladend hier! Zumindest in der Nebensaison.

Brücke auf die Insel Krk

Brücke auf die Insel Krk

Judi nach der Brücke.

Judi nach der Brücke.

Wir erreichten den Campingplatz um 12 Uhr, bauten unser Zelt auf und sprangen direkt ins Meer. Gut, wir standen erst einmal 5 Minunten bis zu den Knien drin. Denn es war doch kälter als erwartet und sprangen dann rein. Abends genossen wir den Sonnenuntuergang und dessen großartiges Farbenspiel.

Was soll man da noch sagen...

Was soll man da noch sagen…

Der felsige Strand am Campingplatz Njivice.

Der felsige Strand am Campingplatz Njivice.

Am nächsten Tag hieß es für uns umziehen. Denn es wurde ein Bungalow frei und da wir außerhalb von der Hauptsaison hier sind, können wir 7 Tage im Bungalow verbringen aber bezahlen nur 5. Eine Nacht für 39€. Sprich 177€ für zwei Personen in Top Bungalows die jeglichen Komfort bieten und sogar eine Terrasse mit Blick aufs Meer am Start haben.

Der Bungalow

Der Bungalow

Wir auf unserer astreinen Terasse!

Wir auf unserer astreinen Terasse!

Frühstück.

Frühstück.

An dieser Stelle gehe ich mal noch kurz auf unsere Finanzplanung ein. Gestartet sind wir mit dem Plan täglich pro Nase etwa 10€ auszugeben. Sprich 20€ für beide zusammen. Es stellte sich aber schnell heraus, dass Judi das Wildcamping nicht gerade liebt und gerne eine Dusche in der Nähe weis. Wir habe beschlossen unsere Täglichen Ausgaben auf etwa 40€ sprich 20€ pro Nase zu verdoppeln. Das klappt auch ganz gut bisher. Klar sind Tage dabei die deutlich teurer sind, aber im Schnitt  liegen wir recht genau bei unsren 40€ pro Tag. Das liegt auch daran, dass die Lebensmittel hier in Kroatien deutlich günstiger sind als bei uns zu Hause. Nochmal zurück auf die Bungalows. 177€ für sieben Tage. Unser Budget beträgt, nach Anpassung, für die gleiche Zeit 280€. So bleibt ein Rest von 103€, was mehr als genug ist für die Verpflegung in dieser Woche und wir kommen insgesamt wieder mit unseren Kosten herunter. Soviel dazu.

Mittlerweile sind wir in Split, heute ist der 10.10.2014 und wir werden am 12.10.2014 mit einer Fähre nach Ancona  (Italien) übersetzten. Wie wir nach Split gekommen sind und warum wir doch nicht nach Grichenland fahren erkläre ich euch im nächsten Teil!

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